Sonntags Post
Oktober 2007 - Tage des offenen Ateliers
"Mit Bildern ist es wie mit Nachbarn"
Sieben hiesige Künstlerinnen stellten ihre Bilder im Atelier "Agora" vor
Kerpen-Brüggen (mh). "Vor ein paar Wochen bekamen wir das Angebot, bei den Tagen der "Offenen Ateliers" unsere Bilder auszustellen und dann brach erst mal Panik aus", erzählte Margot Springmann lachend. Mit fünf anderen Künstlerinnen (Petra Schneppenheim, Anita Reßmann, Michaela Hauser, Sabine Niggemann und Ilona Schröter) hatte sich die Brüggenerin nach sechs Jahren Malunterricht bei Lilo Scheuer-Hagenmüller, der Besitzerin des Atelier Agora in Brüggen, zusammengetan um das Künstlersextett "art!verwandte" zu gründen.
Dem Angebot Scheuer-Hagenmüllers, bei den Tagen der "Offenen Ateliers" zusammen mit ihr ein paar Werke auszustellen, waren die Frauen sofort gefolgt. Doch keine Premiere ohne Hektik und Stress: Die sechs Künstlerinnen hatten zwar schon mit ihrem Projekt "grün" begonnen, bis zur Vollendung der Kunstwerke sollte es aber noch einige Zeit dauern. Nun musste alles ganz schnell gehen.
Zuhause malten die Künstlerinnen jeweils mindestens fünf kleine Acryl- und Ölbilder auf Leinwand, bei der jede den Arbeitstitel "grün" für sich selbst interpretieren durfte. Bei der Ausstellung sollte jedes Kunstwerk als Puzzleteil eines großen Gesamtkunstwerkes dienen. "Bis zum Ende hin war sich niemand sicher, ob die Bilder überhaupt zusammen passen", gestand Springmann schmunzelnd. "Mit Bildern ist es wie mit Nachbarn: Mit dem einen versteht man sich, mit dem anderen nicht", ergänzte Mentorin Scheuer-Hagenmüller.
"Das richtige Hängen der Bilder ist nicht einfach. Manche Bilder passen einfach nicht nebeneinander." Natürlich stand sie ihren Schützlingen beim Aufhängen der Bilder fachmännisch zur Seite und letztlich mussten deshalb auch vier Bilder wegen des unzumutbaren nachbarschaftlichen Verhältnisses wieder abgehängt werden. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Das Gesamtkunstwerk, bestehend aus 38 kleinen Bildbausteinen, zeigt nicht nur schnöde ein paar verschiedene Grüntöne, sondern unterschiedlichste Interpretationen.
So bediente sich Springmann kleiner Kästchen in variierenden Grünabstufungen, denen sie jeweils die exakte Komplementärfarbe - verschiedene Rottöne - entgegensetzte. Eine andere Künstlerin benutzte für ihre Interpretation Froschmotive und wieder eine andere malte Pflanzenstrukturen. Obwohl die Werke bunt gemischt nebeneinander hängen, fällt es dem aufmerksamen Beobachter nicht schwer die Bilder jeder Künstlerin zu identifizieren.
Für ihre Atelierbesucher und Schüler hat Mentorin Scheuer-Hagenmüller eine kleine Einführung in die Farbwelt organisiert. Auf Europaletten, die vor dem Eingang des Ateliers im Innenhof ausgelegt sind, hat sie die Ergebnisse wissenschaftlicher Ausarbeitungen zum Thema menschliche Assoziationen mit bestimmten Farben in künstlerischer Art und Weise zusammengefasst. |